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Prostitution und gesellschaftliche Unterdrückung

Dokumentiert: Antrag zur Landesmitgliederversammlung der Linksjugend [‘solid] Niedersachsen: Prostitution als Form der gesellschaftlichen Unterdrückung. Update: Die Forderungen des Antrags wurden am 23.01.2016 angenommen. O. Hartkopf, K. S. Roloff, L. Theophil* Einleitung ProstG, das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten, gilt seit dem 1. Januar 2002 und ist von der damaligen Rot-Grünen-Koalition zur Verbesserung der Situation von Prostituierten durchgesetzt worden. Darin wurde die Prostitution als sexuelle Dienstleistung definiert und somit liberalisiert. Das Gesetz hat Auswirkungen auf das Zivil- und Strafrecht, z.B. auf die Zuhälterei, die straffrei bleibt, solange keine Ausbeutung von Prostituierten stattfindet. Prostituierte können durch das Gesetz Entgeltforderungen einklagen, können kranken-, arbeitslosen-, und rentenversichert sein. Bis heute ist dies allerdings kaum in Anspruch genommen worden. Von vielen und insbesondere der postmodernen Linken wird die Definition der Prostituion als emanzipatorische Sexarbeit bejubelt. Dementsprechend fordert man auch weitestgehend übereinstimmend mit den BetreiberInnen von Bordellen und ZuhälterInnen weitere Liberalisierungen oder zumindest den Erhalt des Status Quo. Prostitution wird dabei nicht per se als Unterdrückungs- oder Ausbeutungsverhältnis betrachtet, sondern als inhärent emanzipatorischer Akt, der sich gegen überkommende Moralvorstellungen hinsichtlich Sexualität richtet und Prostitution nur mangels Liberalisierung negative Auswirkungen auf das Leben der Prostituierten hat. Doch ist dem so? Die Realität zeigt, dass dies nicht der Fall ist und auch eine Liberalisierung die Lage nicht verbessert. Deutschland ist durch die Liberalisierung der Prostitution zur Drehscheibe für Menschenhandel und sogar ein Ort für Sextouristen geworden (Anmerkung der Antragssteller: Wir verwenden für die Freier den maskulinen Genus und für Prostituierte den femininen Genus der deutschen Sprachen, weil damit die Tatsache widergespiegelt werden soll, dass primär Frauen zur Ware gemacht werden). Nicht nur, dass das Ausmaß der Prostitution massiv zugenommen hat und Bordelle bewusst in Grenznähe zu Staaten mit schärferer Gesetzeslage gebaut werden, mittlerweile sind “Flat-Rate”-Bordelle, in denen für 20€ den gesamten Aufenthalt über “Frauen konsumiert” werden können und die Versteigerung der eigenen Sexualität auf “ebay-artigen” Portalen zur Alltäglichkeit geworden und verrohen die Gesellschaft zunehmend. Die Geschichte eines Gewerbes Die Prostitution ist dabei schon von Beginn an nur denkbar in Kombination mit Sexismus und Unterdrückung der Frau. Wir verweisen hier exemplarisch auf Friedrich Engels und sein Werk: “Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats”. Engels umfangreiche Studie weist nach, dass das Zusammenleben der Menschen von der Sexualität über die Familienform bis hin zur Organisation des Gemeinwesens historisch gewachsen und von der Produktionsweise der jeweiligen Gesellschaft bedingt ist. Im Urzustand des menschlichen Gemeinwesens basierte die Wirtschaft auf Kooperation und kannte kein Eigentum an den Werkzeugen und den Produkten der Arbeit. Dieser Gesellschaftszustand hielt sich über die Neolithische Revolution hinweg und wurde erst durch das Entstehen einer komplexeren Landwirtschaft (Lagerhaltung und Bewässerung) und der darauf basierenden städtischen Hochkulturen abgelöst. Die damit einhergehende Aufspaltung der Gesellschaft in Klassen (die sich in der Stellung von Menschengruppen zu den nunmehr privaten Produktionsmitteln ergibt) entwickelt erst den Staat (also eine permanente Institution der gesellschaftlichen Organisation und Unterdrückung der Mehrheit durch eine von Arbeit befreite Minderheit) und die Familie. Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem der Mann sich durch seine Stellung in Produktion und als Familienernährer sich über die Frau erhebt und diese gesellschaftlich marginalisiert. Die Position der Frau ist nun jene der Hausfrau und Kindererzieherin. In der „Urgesellschaft herrschte unbeschränkter Geschlechtsverkehr innerhalb eines Stammes, so dass jede Frau jedem Mann und jeder Mann jeder Frau gleichmäßig gehörte“. In einer Klassengesellschaft jedoch ist es von großer Bedeutung, dass die Erbschaft innerhalb der Familie erfolgt, die absolute Treue der Ehefrau gegenüber ihrem Mann (und Familienernährer) wird zu einer zentralen ökonomischen Kategorie. Es entsteht das Konzept der uns heute bekannten Familie. Die Monogamiepflicht gilt insbesondere für Frauen, deren Nachkommen nun die legitimen Erben des Familienvermögens sind. Männer jedoch nutzen ihre privilegierte Stellung und erhalten sich ihre Bedürfniserfüllung polygamer sexueller Beziehungen durch die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen. Diese wurde ursprünglich als religiöser Dienst verschleiert (Hetärismus oder Tempelprostitution) und später profanisiert. Eine Seite weiter schreibt Engels: „Der Hetärismus ist eben eine gesellschaftliche Einrichtung wie jede andere; er setzt die alte Geschlechtsfreiheit fort – zugunsten der Männer. In der Wirklichkeit nicht nur geduldet, sondern namentlich von den herrschenden Klassen flott mitgemacht, wird er in der Phrase verdammt. Aber in der Wirklichkeit trifft diese Verdammung keineswegs die dabei beteiligten Männer, sondern nur die Weiber: Sie werden geächtet und ausgestoßen, um so nochmals die unbedingte Herrschaft der Männer über das weibliche Geschlecht als gesellschaftliches Grundgesetz zu proklamieren.“ Besonders eindrucksvoll ist dies im Athen der Antik während der klassischen Periode. Hier findet eine Dreiteilung “der Frauen” statt. Einerseits gibt es die Ehefrau, die zur Gebärmaschine heraberniedrigt wird und in sklavenähnlichem Verhältnis lebte (sie durfte nicht das Haus verlassen), andererseits die Porne und die Hetäre. Während die Porne den physischen Gelüsten des Mannes dient und quasi eine Sexsklavin zur Befriedigung des Triebes ist, ist die Hetäre eine Geliebte, die eine quasi schon privelegierte Position inne hat. Es ist kein Zufall, dass in der ausgeformten patriarchalen Gesellschaft der athenischen Sklavenhältergesellschaft die Prostituion unproblematisch gesehen wird, während dieses gesellschaftliche Phänomen in der noch vom Mutterrecht beeinflussten Gesellschaft von Sparta, in der auch Frauen Besitz haben können und noch verschiedene sexuelle Freiheiten genießen nahezu unbekannt ist. Auch heute noch ist die Prostitution im Kern eine Institution, in denen Männer Frauen zu einer Ware herabdrücken. Der männliche Prostituierte bleibt ein seltener Einzelfall und wird es auch bleiben, da die Prostitution untrennbar in Entstehung und Praxis verbunden ist mit der Entstehung von patriarchalischen Gesellschaften und dem Sexismus, der in der Unterdrückung der Frau auf unzähligen Ebenen dieser Gesellschaft mündet. Realität der Prostitution Zum Leid, das durch Prostitution verursacht wird und welche Wünsche die betroffenen Frauen selbst haben, gibt es eine eindrucksvolle Studie von Melissa Farley und einem 8-köpfigen ForscherInnenteam, deren Ergebnisse wir ungekürzt anführen möchten: „Zusammenfassung. Wir haben 854 Menschen in neun Ländern (Kanada, Kolumbien, Deutschland, Mexiko. Süd-Afrika, Thailand, Türkei, USA und Sambia) die sich momentan oder bis vor kurzem prostituierten bezüglich ihrer aktuellen Situation und ihrer Lebensgeschichte im Hinblick auf sexuelle und körperlicher Gewalt interviewt. Wir haben herausgefunden, dass Prostitution multitraumatisch ist: 71 % wurden in der Prostitution körperlich bedroht, 63 % wurden vergewaltigt,; 89 % der Befragten wollten der Prostitution entkommen, hatten aber keine anderen Überlebensmöglichkeiten. Insgesamt 75 % hatten an einem Punkt in ihrem Leben kein eigenständiges Zuhause. 68 % erfüllen die Kriterien für PTSD (Post Traumatische Stress Störung). Die Schwere der PTSD Syndrome sind stark mit der Anzahl verschiedner Formen lebenslanger sexueller und körperlicher Gewalt korreliert. Unsere Ergebnisse widersprechen den gängigen Mythen über Prostitution: der Annahme das Straßenprostitution die schlimmste Art der Prostitution sei, dass die Prostitution von Männern und Buben sich von der Prostitution von Frauen und Mädchen unterscheide, dass die Mehrheit der sich Prostituierenden dies aus eigenem Einverständnis mache, dass die Mehrheit der Prostituierten drogenabhängig sei, dass Prostitution sich qualitativ vom Menschenhandel unterscheide und dass Legalisierung oder Entkriminalisierung der Prostitution ihre Schädlichkeit verringern würde.“
(Prostitution and Trafficking in nine countries: An update on Violence and Posttraumatic Stress Disorder, in: Journal of Trauma Practice, Vol. 2. No. 3 / 4, 2003, Seiten 33-74) Die Frage von Gewalterlebnissen in der Prostitution und der Zeit vor der Prostitution (die aufgrund des durchschnittlichen Eintrittsalters als Gewalt im Kinder- und Jugendalter gleichgesetzt werden kann) wurde in der Studie spezifisch nachgegangen. Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt (in Klammer sind die spezifischen Ergebnisse für Deutschland): Aktuelle oder vergangene Obdachlosigkeit: 75 % der Prostituierten (74 %) Körperliche Gewaltanwendung während der Prostitution: 73 % (61 %) Bedrohung mit einer Waffe während der Prostitution: 64 % (52 %) Sexueller Missbrauch in der Kindheit: 63 % (48 %) Familiäre Gewalterfahrungen in der Kindheit mit Verletzungen und Blutergüssen: 59 % (48%) Vergewaltigung in der Prostitution: 57 %, (63 %) davon 59 % (50 %) öfter als fünf mal. Die Studie stellt auch die Frage „Was brauchst du?“ und lässt dabei Mehrfachnennungen zu. Die Antworten ergeben: 89 % Ausstieg aus der Prostitution 75 % ein sicheres Zuhause 76 % Berufliche Weiterbildung 61 % Zugang zu medizinischer Versorgung 56 % individuelle psychologische Betreuung 51 % gegenseitige Solidarität („Peer support“) 51 % Rechtsbeistand 47 % Drogen- und/oder Alkoholentzug 45 % Selbstverteidigungstraining 44 % Kinderbetreuung 34 % Legalisierung der Prostitution 23 % Körperlichen Schutz vor Zuhältern (Seite 51) Hier zeigt sich der Wusch der Betroffenen selbst und auch, welche unvorstellbares Leid die Prostitution tagtäglich hervorbringt. Es ist deutlich, dass Gewalterfahrungen in und außerhalb der Prostitution eng miteinander verknüpft sind. Dies unterminiert die Propaganda der „Wahlfreiheit“ der Menschen in der Prostitution völlig. Es liegt auf der Hand, dass Armut, zerrüttete Familien, zerrüttete gesellschaftliche Verhältnisse, eine angeschlagene Persönlichkeitsstruktur und Selbstvertrauen, fehlende Möglichkeiten und Alternativen aus Menschen Prostituierte machen, und die wenigsten diese aktiv suchen. Weswegen sollten sonst 89% aller Befragten sich den Ausstieg wünschen und ansonsten primär soziale Forderungen erheben, die kaum etwas mit der Durchführung der Prostitution selbst zu tun haben. Eine Kritik der Prostitution ist damit eine Anklage gegen die Normalität kapitalistischer und sexistischer Barbarei. Prostitution kann von anderen Formen der Gewalt nicht getrennt gesehen werden, sondern muss vielmehr als konzentrierter Ausdruck von Gewalt, insbesondere gegenüber Frauen gesehen werden. Die Normalität der Barbarei dürfen wir als SozialistInnen, KommunistInnen, MarxistInnen und Vertreter einer emanzipatorischen Linken jedoch nicht zum Anlass nehmen diese schön zu theoretisieren und nach dem Konzept der Schadensminimierung zu agieren – sondern sie vorbehaltlos und mit offenem Visier zu bekämpfen. Ware oder normale Lohnarbeit? In aktuellen Debatten über Prostitutionsverbote oder -legalisierungen stellen einige linke Organisationen, die These auf, dass Prostitution der Verkauf einer Dienstleistung sei, der die Form von Selbständigkeit oder Lohnarbeit haben könne. Dabei habe die verkaufte sexuelle Dienstleistung einen Gebrauchs- und einen Tauschwert wie jede andere Ware auch.Doch ist das tatsächlich so? Ist Prostitution ein Verkauf einer Dienstleistung, eine Arbeit wie jede andere auch? Ist sie sogar produktiv? Im Kapitalismus ist eine Dienstleistung ein ökonomisches Gut, eine auf einem Markt gehandelte Ware, mit der von einer natürlichen oder juristischen Person zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitrahmen eine Leistung zur Deckung eines Bedarfs bzw. zur Befriedigung eines Bedürfnisses erbracht wird. Der Erbringer einer solchen Leistung ist ein Dienstleister. Dieser kann selbständig oder als Lohnarbeiter tätig sein. Als Lohnarbeiter verkauft der Dienstleister die Vernutzung seiner Arbeitskraft (den Gebrauchswert seinerArbeitskraft) einem Unternehmer und erhält dafür Lohn für seinen Lebensunterhalt (den Preis bzw. Tauschwert seiner Arbeitskraft). Karl Marx definierte im „Kapital“ Arbeitskraft richtig als „den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert“. Was macht nun die Prostituierte? Verkauft sie ihre Arbeitskraft in der Form eines bestimmten Dienstes wie z. B. eine Friseurin, die ihre Arbeitskraft in der Fähigkeit des Haareschneidens, -pflegens,-waschens etc. verkauft? Oder ist der Verkauf des Rechts, dass andere Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens die Körperöffnungen der Prostituierten penetrieren oder ihre sexuellen Bedürfnisse an ihrem Körper auf andere Art befriedigen dürfen, doch etwas völlig anderes? Die Antwort ist eindeutig: Ja! Denn während die oben genannte Friseurin nur bestimmte Fähigkeiten verkauft, stellt bei der Prostituierten ihr Körper immer auch den Gegenstand dar, den der Freier zur Befriedigung seines Bedürfnisses für eine bestimmte Zeit kauft. Und das unabhängig vom sexuellen Dienst. So argumentiert eine anonyme Prostituierte in einer Ausgabe der „Hydra Nachtexpress, Zeitung für Bar, Bordell und Bordstein“ von 1984: „Natürlich: Fast jedes kapitalistische Arbeitsverhältnis hat insbesondere für Frauen latenten Prostitutionscharakter. Zu der Arbeitsleistung als Werkzeug wird häufig eine persönliche Aufopferung und Verstellung verlangt. […] Dennoch glaube ich, daß die „Prostitution“ einer Fabrikarbeiterin auf einer qualitativ anderen Stufe liegt als die einer sexuellen Prostituierten. Die erste geht trotz aller entwürdigenden Arbeit, die sie verrichten muß, noch im Kostüm umher und muß noch gesiezt werden, hat also noch einen kleinen intimen Bereich, den sie nicht verkauft. Die sexuelle Prostituierte dagegen verkauft sich nicht als Werkzeug Arbeitskraft, sondern sie verkauft dem Freier den Genuß ihrer allseitigen, umfassenden Unterwerfung. Sie muß sich als Mensch selber zur Vernutzung anbieten und wird mit Haut und Haaren, mit ihrer ganzen Ausstrahlung konsumiert.“ Im Gegensatz zur oben genannten Friseurin verkauft die Prostituierte tatsächlich nicht eine physische oder geistige Fähigkeit, die in der Leiblichkeit des Menschen existiert, sondern für eine bestimmte Zeit ihre Leiblichkeit selbst. Denn während der Käufer bei der einen nur eine bestimmte Fähigkeit konsumiert, wird bei der anderen neben den speziellen Diensten immer der gesamte Körper mitkonsumiert. Das ist ein wesentliches strukturelles Merkmal, das Prostitution mit der Sklaverei gemein hat. Denn beim Kauf eines Sklaven wird nicht das Recht der Nutzung einer bestimmten Fähigkeit, sondern die Verfügungsgewalt über seinen Körper, über den Sklaven als Ganzes erworben. Er kann also wie die Prostituierte in seiner Gesamtheit konsumiert werden. So wird er wie sie selbst zur Ware mit einem Gebrauchs- und Tauschwert. Im Zusammenhang mit Zwangsprostitution und Menschenhandel ist Prostitution dann tatsächlich Sklaverei. Dabei werden Frauen aus den Armuts- und Elendsregionen der Welt mit falschen Versprechungen von „Arbeitsvermittlern“ in die Wohlstandsregionen gelockt. Dort angekommen müssen sie jedoch bei ihnen die Kosten für Transport, Verpflegung, Unterkunft etc. (inklusive einer gewaltigen Gewinnspanne) begleichen. Können sie das nicht, was in der Regel der Fall ist, müssen sie diese Reisedienstleistung, die sie in Anspruch genommen haben, in der Form der Prostitution abarbeiten. Somit sind sie der Willkür der „Vermittler“ voll und ganz ausgeliefert. Sie sind in die Schuldknechtschaft, eine spezielle Form der Sklaverei, geraten. Doch der Verlust über die Verfügungsgewalt der eigenen Person ist nicht der Regelfall. So gibt es auch unzählige Prostituierte, die „nur“ wegen ökonomischer Zwänge tätig sind. Meistens entstammen sie dem Heer der Arbeitslosen, von denen einige mangels anderer Erwerbs- bzw. Einnahmemöglichkeiten als letzten Ausweg ihren Körper verkaufen müssen. So berichtet „Der Standard“ vom 3. März 2013, dass seit Ausbruch der Krise in Griechenland die Prostitution in Athen um etwa 1500 % angestiegen sei. Oft wird übersehen, dass im Falle der Prostitution nicht nur eine warenförmige Zurichtung der menschlichen Arbeitskraft und der Bedürfnisse, die sie erfüllt, stattfindet – wie es im Kapitalismus, der Warenproduktion auf der höchsten Stufe ihrer Entwicklung ist. Nein, hier wird der menschliche Körper selbst zur Ware! Und da sich mehrheitlich die Frau prostituiert, ist dieser Prozess nichts anderes als die warenförmige Zurichtung der Frau selbst. Sie wird dadurch zu einem Objekt der kommerziell organisierten Bedürfnisbefriedigung. Und diese Entwicklung wird von den BefürworterInnen von totalen Prostitutionslegalisierungen unterstützt. Daher ist für alle, die ein emanzipatorisches Menschenbild haben, der Kampf um eine soziale, kulturelle und arbeitsrechtliche Normalisierung von Prostitution absolut unannehmbar. Verbote, indem Freier, Prostituierte oder beide strafrechtlich verfolgt werden, sind allerdings ebenso kontraproduktiv, wie z. B. Norwegen, Schweden, Thailand oder die USA überaus deutlich zeigen. Denn, „um uns von der Prostitution zu befreien, müssen wir uns von den Eltern der Prostitution, den gesellschaftlichen Bedingungen befreien, die diese hervorbringen“, wie Eleanor Marx-Aveling, eine Tochter von Karl Marx, erkannte. Deshalb beschließt die Landesmitgliederversammlung der Linksjugend [‘solid] Niedersachsen folgende Forderungen und Slogans: Kein Vertrauen in den Staat, keine staatliche Repression gegen die Marginalsiertesten der Unterdrückten. Weg mit allen “Ausländergesetzen”! Bleiberecht für alle. Für das Recht auf Ausbildung und Arbeit für alle hier Lebenden. Weg mit allen Bordellen und Zuhältern.

• Weg mit der Pornoindustrie. Für eine aktive und permanente Kampagne gegen Sexismus in den Organisationen der ArbeiterInnenklasse. Für einen ideologischen Kampf gegen alle jene, die aus Prostitution einen „respektablen“ Beruf machen wollen. Für einen freien Menschen in einer freien Gesellschaft. Quellen und weiterführende Literatur: 

Engels, F. :”Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats” (http://www.mlwerke.de/me/me21/me21_025.htm) 

Der Funke: “Prostitution: Wider die Neubewertung gesellschaftlicher Barbarei” (http://www.derfunke.de/index.php/rubriken/frauen/1302-prostitution-wider-die-neubewertung-gesellschaftlicher-barbarei) 

Mario Wassilakos: “Prostitution – Ein Beruf wie jeder andere?” Der Funke Österreich, Ausgabe 124 ( http://derfunke.at/theorie/marxismus-und-frauenbefreiung/10349-prostitution-ein-beruf-wie-jeder-andere ) 

ARD: Sex – Made in Germany: Dokumentation ( https://www.youtube.com/watch?v=GPjnTQStX1E ) Demosthenes: Rede 59.

Debra Hamel: Der Fall Neaira. Die wahre Geschichte einer Hetäre im antiken Griechenland. Primus-Verlag, Darmstadt 2004 *Antragsteller*innen: Ole Hartkopf, Kristof Sebastian Roloff, Martin Gutlederer der funke – marxistische Strömung in der Linksjugend [‘solid], Lisa Theophil (BG Delmenhorst) Quelle

 

Die linke Freude an der Prostitution – offener Brief an linksjugend [‘solid]

Offener Brief an die Linksjugend/Solid bezüglich ihres Positionspapiers “Solidarität mit Sexarbeiter*innen – Nein zum neuen Prostituiertenschutzgesetz – Nein zu Bevormundung und Fremdbestimmung im sexuellen Dienstleistungsgewerbe”. Von Huschke Mau Liebe Menschen von der Linksjugend-solid, ich möchte ganz gezielt diejenigen unter euch ansprechen, die am 8. / 9. April 2016 auf dem Bundeskongress für den Antrag „Solidarität mit Sex­arbeiter*innen – Nein zum neuen Prostituierten­schutz­gesetz – Nein zu Bevormundung und Fremdbestimmung im sexuellen Dienst­leistungs­gewerbe“ gestimmt haben. Das waren ja wohl nicht alle von euch, es besteht also Hoffnung. Ich bin eine ehemalige, wie ihr es nennt, „Sexarbeiterin“, und ich habe euren Antrag gelesen und möchte euch gerne mal mitteilen, was ich von eurer angebotenen „Solidarität“ halte. Zunächst mal, es ist super, dass ihr druntergeschrieben habt dass ihr von der Linksjugend seid. Als ich die Formulierung „sexuelles Dienstleistungsgewerbe“ gelesen hab, hab ich nämlich kurz gedacht die FDP sei wiederauferstanden. Dass ihr gegen „Fremdbestimmung“ seid, fand ich dann wieder gut. Leider musste ich im Laufe des Textes feststellen, dass ihr nicht verstanden habt, dass die Fremdbestimmung in der Prostitution vom Freier ausgeht und also SYSTEMIMMANENT ist, denn der will Sex, ich will eigentlich keinen, ich brauch nur die Kohle, also stimme ich der Fremdbestimmung gezwungenermaßen zu, so einfach ist das. Ihr schreibt: „Obwohl Sexarbeit eine längst etablierte Form der Dienstleistungen innerhalb unserer Gesellschaft darstellt und seit 2002 in der BRD als legal gilt, werden Sexarbeiter*innen im Alltag und im Berufsleben immer noch stark stigmatisiert.“ Und ich kann mich nur wundern darüber, dass ihr den prostitutiven Akt als „Beruf“ und als „Dienstleistung“ bezeichnet. Sexualität ist der intimste Bereich eines Menschen, dürfen wir wenigstens den bitte behalten, oder müssen wir ALLES an uns verwerten und verkapitalisieren lassen, restlos? Seit wann tritt die Linke eigentlich als Verteidigerin des Verkaufs sämtlicher menschlicher Bereiche auf? Ihr bezeichnet Sex als Dienstleistung, als ließe er sich abtrennen vom Ich, vom Selbst, vom Körper, von der Persönlichkeit, als könne man ihn ablösen, hübsch verpacken, auf die Ladentheke stellen und dann kommt da so ein Typ, gibt mir 50 Euro und nimmt den Sex mit. Stellt ihr euch das so vor, ja? Ihr sprecht sogar von „miserablen Arbeitsbedingungen“, ja, meint ihr denn der Missbrauch, den wir erlebt haben und den so viele von uns immer noch erleben wird schöner wenn wir einen hübschen „Arbeitsplatz“, wie ihr es nennt, kriegen? „Arbeitsbedingungen“, was soll das? Unter welchen „Bedingungen“ wäre der Missbrauch, den die Freier uns antun, für euch denn okay? Oder seht ihr das gar nicht als Missbrauch und ignoriert das, was aus der Prostitution ausgestiegene Personen und auch die Traumaforschung so sagen? 68% aller Prostituierten haben eine PTBS, da haben wir noch nicht mal von Depressionen, Süchten, Borderline, Psychosen gesprochen. Meint ihr die kommen von den „miserablen Arbeitsbedingungen“, diese Sachen, oder wie? Jede Aussteigerin, die ich kenne, bezeichnet das, was sie erlebt hat in der Prostitution, als sexuellen Missbrauch. Dass wir diesen sexuellen Missbrauch geduldet haben oder dulden mussten, macht noch lange keinen Beruf daraus! Dann hackt ihr immer wieder auf dem Stigma rum und darauf, dass wir nicht stigmatisiert werden dürfen. Da gebe ich euch Recht, wenn ich auch anmerken muss, dass es nicht das Stigma ist, welches uns vergewaltigt, missbraucht, tötet, sondern die Freier. Leider zieht ihr aus der Forderung, prostituierte Personen dürften nicht stigmatisiert werden, die falschen Schlüsse. Ihr schreibt: „Dieses drückt sich in der fehlenden Anerkennung ihres Berufes (aus).“ Ihr wollt also quasi, um das mal klarzustellen, dass der Missbrauch, dem prostituierte Frauen ausgesetzt sind, etabliert wird, ihr wollt, dass er ein Job wird, ihr wollt, dass der Missbrauch OKAY wird. Kurz und gut, ihr tretet hier für das Recht von Frauen ein, die Duldung von sexuellem Missbrauch als Job zu benennen. Oder besser: ihr tretet für das Recht von Männern ein, Frauen zu missbrauchen und diesen Missbrauch zu verharmlosen, indem er „Arbeit“ genannt wird. Euer Draufrumgereite auf einer „selbstbestimmten Sexarbeit“ versteh ich auch nicht. Alle prostituierten Frauen die ich kenne haben die Prostitution „gewählt“ weil sie keine andere Option gesehen haben. Was soll daran selbstbestimmt sein? Dass ich mich dann IN DER PROSTITUTION wenigstens noch dafür entscheiden kann nur mit Gummi zu blasen und wegen all der noch weniger „selbstbestimmten“ Frauen aus Südosteuropa nix mehr zu verdienen oder mich eben gleich dafür zu entscheiden jeden Schwanz einfach so in den Mund zu nehmen, weils Standard is? Tolle Selbstbestimmung! Unser Problem ist nicht die „fehlende Anerkennung des Berufs“, unser Problem IST der „Beruf“! 9 von 10 Prostituierten würden sofort aussteigen, wenn sie es könnten. Was erzählt ihr da von Anerkennung des Berufs?! Euer ganzes Pamphlet da klingt nicht nur wie von der Pro-Prostitutionslobby abgeschrieben, es ist es wohl auch. Ihr verweist auf den BesD als „organisierte Sexarbeiterinnen“, euch ist schon klar, dass die nur 0,01 % der Prostituierten in Deutschland repräsentieren und nicht wenige der Vertreterinnen Bordellbetreiberinnen sind, oder? Was soll das für eine Organisation für Prostituierte sein, wenn da Bordellbetreiberinnen mit bei sind? Die AusbeuterInnen gründen eine „Gewerkschaft“, um dort die ArbeiterInnen zu vertreten? Ganz ehrlich, das ist die lustigste Gewerkschaft, die ich kenne! Wen habt ihr überhaupt noch so angehört? Außer Bordellbetreibern wie Fricke, Escortagenturbesitzerinnen wie Klee? Auf der Basis welcher Informationen aus wessen Hand fasst ihr eigentlich eure Beschlüsse? Wenn ihr dann demnächst was zu Rassismus macht, lasst ihr euch dann von Neonazis beraten? Gänzlich an eurer Reflexionsfähigkeit zweifel ich dann wenn es zum nächsten Absatz kommt. Ihr schreibt: „Neben diesen rechtlichen Verschlechterungen kommt es auch in der gesellschaftlichen Linken häufig zu Victimisierung und Bevormundung von Sexarbeiter*innen.“ Hier frage ich mich ernsthaft, wer prostituierte Frauen viktimisiert. Die Freier die uns missbrauchen oder die, die aussprechen, dass es Missbrauch ist? Wollt ihr verhindern, dass wir zu Opfern werden? Dann schafft das Freiertum ab! Oder wollt ihr nur dass Menschen aufhören zu SAGEN, dass uns schlimmes angetan wird in und mit der Prostitution? Dann benennt das auch so, und hört auf so zu tun als würden Menschen, die Prostitution als menschenverachtend ansehen, uns zu Opfern machen, denn DIE sind es nicht, die das tun! Weiter schreibt ihr: „ So treten einige Teile der Linken immer wieder für ein “absolutes Prostitutionsverbot” oder das angeblich fortschrittliche “Schwedische Modell” ein, weil Sexarbeit/Prostitution Ausdruck des Patriarchats schlechthin sei.“ Hier eine Verständnisfrage: das klingt, als wärt ihr nicht der Meinung, dass Prostitution Ausdruck des Patriarchats ist – habe ich das richtig verstanden? Wenn es das nicht ist, was ist es dann? Wieso sind dann 98% aller Personen in der Prostitution weiblich und die Freier zu fast 100% männlich? Und jetzt sagt nicht: das ist so, weil wir im Patriarchat leben. Weiter: „ Ja, Sexarbeit findet unter gegebenen Bedingungen im Patriarchat statt, sodass die Frage nach der Freiwilligkeit nie leicht zu beantworten ist.“ Findet Prostitution also noch woanders als im Patriarchat statt? Ernsthaft? Und welche Schlüsse zieht ihr aus der Tatsache, dass, wie ihr ja selber erkennt, die Frage nach der Freiwilligkeit schwer zu beantworten ist? Weiter: „ Zum überwiegenden Teil üben Frauen* diesen Beruf aus, während vor allem Männer Dienstleistungen von Sexarbeiter*innen kaufen.“ Wie ihr euch schön auf die Täterseite stellt und sexuelle Gewalt verharmlos hier, ist echt ein Fest. Weiter: „Die feministische Reaktion kann jedoch nicht eine paternalistische Haltung sein, die Sexarbeiter*innen vorschreiben will, wie ein richtiges Leben auszusehen habe.“ Hier möchte ich euch so gern fragen wo ihr DAS bitte herhabt. Menschen die Prostitution als zerstörerisch ansehen, als menschenverachtend, paternalisieren nicht, sie solidarisieren sich mit uns! Das ist übrigens genau das, was ihr noch üben müsst. Und btw, niemand schreibt prostituierten Frauen vor, wie ein „richtiges Leben“ auszusehen hat. Ihr müsst unbedingt von der Leier runterkommen, alle die Prostitution als schädlich erkannt haben seien irgendwelche konservativen Moralapostel, die „gefallene Mädchen“ belehren. Die Anerkennung des Elends und des Leids in der Prostitution, das Konstatieren von Gewalt in ihr, all das macht keine Belehrung aus, sondern ein SEHEN der wahren Verhältnisse, in denen prostituierte Menschen stecken, und damit das Zeigen von Respekt und Zugewandtheit gegenüber denen, die daran und darin leiden! Weiter: „Sowohl im schwedischen Modell als auch bei einem kompletten Verbot würde die Selbstbestimmung und der Schutz von Sexarbeiter*innen noch dramatischer gefährdet werden als unter der bestehenden Gesetzeslage. Am Bestehen des Patriarchats mit seinen spezifischen Rollenbildern und gesellschaftlichem Machtungleichgewicht zwischen Frauen* und Männern würden diese Gesetzesverschärfungen nichts verändern.“ Warum würde das nichts ändern? Prostitution ist ein Grundpfeiler des Patriarchats, so wie alle sexuelle Gewalt. Warum sollte es nichts ändern, das zu verbieten? Warum ist Prostitution der einzige Bereich des Lebens, in dem Gesetze plötzlich nicht mehr wirken sollen? Findet Prostitution outer space statt, oder wie? Genauso könnte man sagen, Vergewaltigung darf nicht per Gesetz geregelt werden – das würde ja eh nichts an den Rollenbildern und dem bestehenden Machtungleichgewicht ändern! Ihr wollt also alles lassen, wie es ist? Sexuelle Gewalt, patriarchale Verhältnisse, dabei belasst ihr es? Hat die Linke keine Visionen mehr? Oder hat sie nur keine Visionen mehr, wenn es speziell um prostituierte Frauen geht…? Ja, ich unterstelle euch, ihr meint es gut. Aber wenn ihr für eine Entkriminalisierung der Prostitution auf Freierseite eintretet (für eine Entkriminalisierung auf Seiten der prostituierten Personen sind wir ja hoffentlich alle), dann ist das so als würdet ihr sagen: „Frauen die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind, sind mit einem Stigma belegt. Um dieses Stigma abzuschaffen, entkriminalisieren wir häusliche Gewalt, auch auf Seiten des Täters, dann hat die Frau nix mehr, wofür sie beschämt wird!“ Merkt ihr was? Wer überhaupt nicht vorkommt in eurem Pamphlet, das ist, wie übrigens immer, der Freier. Tut mir den Gefallen, lest euch mal kreuz und quer ein paar Beiträge in Freierforen durch und dann teilt mir doch bitte mal mit, wie ihr dafür sein könnt, SOWAS zu legalisieren! Wie ihr dafür sein könnt, dass Männer sowas mit Frauen machen! Ich bin gespannt auf eure Argumentation. Weiter: „Wer selbstbestimmte Sexarbeiter*innen illegalisieren will, der*die kriminalisiert diese und drängt die gesamte Branche in den Untergrund, wo keinerlei Schutz mehr gewährt werden kann. Für besseren Schutz benötigen Sexarbeiter*innen mehr Selbstbestimmung und die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung ihres Berufes. Nur auf diese Weise und als anerkannte Arbeiter*innen können sich diese als Teil der Arbeiter*innenklasse öffentlich organisieren, für ihre Interessen, bessere Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung einstehen. Ein Verbot von Sexarbeit oder die Kriminalisierung von Freier*innen (wie in Schweden) würden letztlich nur dazu führen, dass Sexarbeit unsichtbar und unsicherer wird.“ Dann das Märchen vom Untergrund. Bitte lest euch dazu mal Ausführungen zum schwedischen Modell, das den Freier kriminalisiert und die Prostituierte entkriminalisiert, durch. Und auch die Evaluierung dieses Gesetzes in z.B. Norwegen. NEIN, Prostitution ist keine feste Größe. Ja, sie kann verringert werden. NEIN, das schwedische Modell verschiebt sie nicht in den Untergrund. Ja, das Frauenbild in der Gesellschaft ändert sich damit, wenn das eine Geschlecht das andere nicht mehr kaufen kann. NEIN, wir brauchen keine „Anerkennung als Beruf“, wir brauchen eine Anerkennung von Prostitution als MISSBRAUCH! Und NEIN, wir sind kein Teil der ArbeiterInnenklasse, wir sind zuerst mal Geschädigte sexuellen Missbrauchs durch die Prostitution! Wir organisieren uns damit NICHT in der ArbeiterInnenklasse, sondern in Opferverbänden (z.B. sisters e.V., SPACE International), denen ihr ja aber nicht zuhört! Eine Organisation durch euch und auch ein Sprechen von euch über uns brauchen wir nicht, wir organisieren uns selbst, danke! Weiter: „Wer ernsthaft für eine emanzipatorische Gesellschaft eintritt, der*die muss auch für körperliche und sexuelle Selbstbestimmung eintreten.“ Prostitution ist das genaue Gegenteil sexueller Selbstbestimmung. Der eine will Sex, der andere nicht. Geld soll das regeln. Prostitution hat NICHTS mit körperlicher und sexueller Selbstbestimmung zu tun, es ist das genaue Gegenteil davon, denn alles, was ich tu, bestimmt der FREIER, und ist damit fremdbestimmt. Was mich richtig, richtig annervt, ist euer Gesabbel von sexueller Befreiung bei gleichzeitiger Nennung von Prostitution als Beispiel dafür. Haltet uns da raus, wir lassen uns dafür nicht benutzen! Macht eure sexuelle Befreiung selbst, unseren Missbrauch braucht ihr dafür nicht hernehmen und beschönigen!!! Weiters würde ich euch bitten euch mal einzulesen, dann wüsstest ihr nämlich auch, dass Zwangsprostitution niemals von Prostitution getrennt werden kann wie ihr es gern hättet! Erstens verwischen die Grenzen und zweitens wird es nie genug Frauen geben, die das „freiwillig“ machen, ein guter Teil wird immer gezwungen werden müssen, um die Nachfrage zu befriedigen, d.h., wer Prostitution will, der muss Zwangsprostitution mögen, das eine ohne das andere gibt es nicht. Und btw, wer Prostitution völlig entkriminalisiert und legalisiert, der ist dafür, dass der Markt alles regelt, und das heißt: die Nachfrage wächst, das Angebot wächst, die Nachfrage wächst weil Gewöhnung der Männer ans Freiersein, das Angebot wächst weiter usw., es ist eine Spirale nach oben, habt ihr eigentlich überhaupt mal was über die Grundregeln des Kapitalismus gelesen, wenn ihr die Ware Frau schon völlig ungeregelt und ungehemmt verkapitalisiert haben wollt? Weiter: „Dabei ist auch am Asylgesetz anzusetzen, sodass migrantischen Zwangsprostituierten nicht länger die Abschiebung droht, sondern sie Aufenthalts- und Arbeitsrecht erhalten. Mit diesem Beschluss wollen wir unseren Fokus allerdings auf diejenigen Sexarbeiter*innen lenken, die in ihrer körperlichen Selbstbestimmung, in ihrer Gesundheit und in ihren Rechten im Berufsalltag durch bestehende Gesetze in ihrer Tätigkeit als Sexarbeiter*innen eingeschränkt werden – auf den Teil, der sich bewusst und selbstbestimmt zur Ausübung sexueller und erotischer Dienstleistungen entschlossen hat“ Ja, und wieviele sind das? 1 von 10. Höchstens. Und an denen wollt ihr jetzt ausrichten, was die Lage ALLER prostituierten Frauen in Deutschland verändert? Ist der Rest euch egal, oder was? Wem vom BesD, von den Betreiberinnen da, habt ihr denn zugehört? Den 90% Migrantinnen, die wir hier haben, ganz sicher nicht, die sind dort nämlich gar nicht vertreten, und ihr macht bei dieser rassistischen Scheiße auch noch mit! Die Masse ist eben NICHT Bordellbetreiberin, Edelhure, Domina, die Masse spricht nicht mal deutsch! Wie ignorant kann man sein? Prostitution ist klassistisch und rassistisch, was meint ihr, warum so viele indigene Frauen drin sind, oder hier in Deutschland Romnija? Was meint ihr, wo das herkommt? Und dann postet ihr auf Facebook Aufrufe zu Demos gegen Rassismus? Ich lache, ich lache laut! Weiter: „Daher meinen wir, dass ein Feminismus, der es mit der Selbstbestimmung von Frauen* und Sexualität ernst meint, auch für die Rechte und Forderungen von Sexarbeiter*innenverbänden kämpfen muss. Der Landesverband Bremen der linksjugend [‘solid] bekennt sich zu einem solchen Feminismus und wird für die rechtliche Stärkung von Sexarbeiter*innen einstehen und sich mit deren Kämpfen solidarisieren.“ Mit unseren Kämpfen solidarisiert ihr euch ganz bestimmt NICHT, indem ihr die sexuelle Gewalt als Beruf bezeichnet, die Masse von uns IGNORIERT und Prostitution sexuelle und körperliche Selbstbestimmung nennt! Ich frage mich wirklich, von was zur Hölle redet ihr? Kommt mal in der Realität an! Und wenn ihr euch schon nicht mit uns solidarisieren könnt, weil ihr so gerne BetreiberInnen zuhört, lasst uns wenigstens in Ruh und maßt euch nicht an für uns zu sprechen! Ihr habt noch nie selber den Arsch hingehalten, ihr seid nicht in der Prostitution, das ist, nur zur Erinnerung, übrigens ein PRIVILEG, das ihr damit habt, und dann hockt ihr da in eurem Bremer Landesverband und auf dem Bundeskongress und babbelt von Anerkennung als BERUF?! Geht’s noch?! Hier im Sisters e.V. schlägt wöchentlich mindestens eine Frau auf, die bereits ausgestiegen ist (mal abgesehen von denen die uns kontaktieren weil sie raus wollen!), und die uns erzählt, dass sie gerade zum ersten Mal darüber spricht, weil die Gesellschaft ihr immer nur vorhält, es sei doch ein BERUF und eine ARBEIT und ein JOB und alles happy sexwork und ganz toll, und weil die Verletzungen, die sie in der Prostitution erlebt hat, also darauf schließen lassen müssen dass mit IHR etwas nicht stimmt! Genau für dieses gesellschaftliche Klima sorgen Leute wie IHR. Wegen dem was ihr erzählt, reden die Aussteigerinnen nicht. Auch mir hat es wegen solchen Texten wie eurem jahrelang die Sprache verschlagen, weil man als Prostituierte nicht mal weiß wo man ANFANGEN soll, wenn man sowas liest! Prostitution ist sexistisch, rassistisch und klassistisch, und dann kommt ihr daher, lasst euch von Bordellbetreibern, Escortagenturbesitzerinnen bequatschen und erzählt uns einen von sexueller Befreiung? Und das nennt ihr LINKS?! Das kann nicht euer Ernst sein! Es kann ums Verrecken nicht darum gehen, es sich in so einem sexistischen, klassistischen und rassistischen System wie der Prostitution so gemütlich wie möglich einzurichten! Wem mutet ihr sowas zu?! So ein System gehört ABGESCHAFFT! Ihr müsst begreifen, dass die Unterstützung der Frauen in der Prostitution NICHT dasselbe ist wie die Unterstützung des Systems Prostitution! Dieses System gehört überwunden, und nicht etabliert und „anerkannt als Beruf“! Loben kann man euch hier höchsten dafür wie fein ihr von der ZuhälterInnenLobby abgeschrieben habt! Super gemacht! Im Ernst: So sieht eure Solidarität mit uns aus? Schämt euch, und danke, wir verzichten!!! Huschke Mau Mitunterzeichnet für die Aussteigerinnen beim Sisters e.V. Annalena, Aussteigerin Sonja, Aussteigerin Sandra, Aussteigerin Sunna, Aussteigerin NaDia, Aussteigerin Andra, Aussteigerin Esther Martina, Aussteigerin Eva, Aussteigerin Quelle

 

Test

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Solidarität mit Sexarbeiter*innen – Positionierungsbeschluss des Bundeskongress’ 2016

Solidarität mit Sexarbeiter*innen – Nein zum neuen Prostituiertenschutzgesetz – Nein zu Bevormundung und Fremdbestimmung im sexuellen Dienstleistungsgewerbe Positionierungsbeschluss des Bundeskongress 2016 Obwohl Sexarbeit eine längst etablierte Form der Dienstleistungen innerhalb unserer Gesellschaft darstellt und seit 2002 in der BRD als legal gilt, werden Sexarbeiter*innen im Alltag und im Berufsleben immer noch stark stigmatisiert. Dies drückt sich zum einen in der fehlenden Anerkennung ihres Berufes und zum anderen in häufig miserablen Arbeitsbedingungen aus. Damit sich hieran etwas ändert, müssen die Rechte und der Schutz von Sexarbeiter*innen gestärkt werden und selbstbestimmte Sexarbeit in allen Bereichen als Beruf anerkannt werden. Hierzu ist es wichtig, auf zentrale gestellte Forderungen von organisierten Sexarbeiter*innen (z.B. des BesD e.V.) einzugehen. Diese fordern seit Jahren eine bessere finanzielle Austattung von Beratungsstellen. Darüber hinaus werden anerkannte Interessensvertretungen und eine gute soziale Absicherung in Anlehnung an die Künstlersozialkasse gefordert. Die Umsetzung der letzteren Forderungen würde dazu führen, dass Sexarbeiter*innen wie andere Beschäftigte gemeinsam und besser für ihre eigenen Rechte eintreten könnten. Sie könnten nach rechtlichen Standards für bessere Bezahlung, bessere Arbeitsplätze und bessere gesundheitliche Vorsorge eintreten. Im Moment sieht die Situation dramatisch schlechter aus. Auch beim neuen Prostituiertenschutzgesetz, das 2017 in Kraft treten soll, wurden zentrale Forderungen der Sexarbeiter*innen ignoriert. Sexarbeiter*innen können aufgrund der fehlenden Akzeptanz ihres Berufsfeldes weiterhin nicht offen über ihre Anliegen sprechen, sollen nun aber zum „Outing“, zu gesundheitlichen Untersuchungen und bestimmten Arbeitspraktiken (z.B. Kondompflicht, Verbot von „Gangbang-Clubs“) verpflichtet werden. Statt Zwangsouting bei den Behörden fordern Sexarbeiter* innenverbände daher, dass die gewöhnliche Meldung beim Finanzamt als ausreichend gesehen wird und auch die bestehenden Beratungsangebote bei den Gesundheitsämtern als freiwillige bestehen bleiben. Ansonsten erhöhe sich nur der bürokratische Druck auf eine sowieso schon stark unter Druck stehende Branche. Außerdem wird die Selbstbestimmung und Freiheit der Sexarbeiter*innen stark eingeschränkt. Neben diesen rechtlichen Verschlechterungen kommt es auch in der gesellschaftlichen Linken häufig zu Victimisierung und Bevormundung von Sexarbeiter*innen. So treten einige Teile der Linken immer wieder für ein „absolutes Prostitutionsverbot“ oder das angeblich fortschrittliche „Schwedische Modell“ ein, weil Sexarbeit/Prostitution Ausdruck des Patriarchats schlechthin sei. Ja, Sexarbeit findet unter gegebenen Bedingungen im Patriarchat statt, sodass die Frage nach der Freiwilligkeit nie leicht zu beantworten ist. Zum überwiegenden Teil üben Frauen* diesen Beruf aus, während vor allem Männer Dienstleistungen von Sexarbeiter*innen kaufen. Die feministische Reaktion kann jedoch nicht eine paternalistische Haltung sein, die Sexarbeiter*innen vorschreiben will, wie ein richtiges Leben auszusehen habe. Sowohl im schwedischen Modell als auch bei einem kompletten Verbot würde die Selbstbestimmung und der Schutz von Sexarbeiter*innen noch dramatischer gefährdet werden als unter der beste- henden Gesetzeslage. Am Bestehen des Patriarchats mit seinen spezifischen Rollenbildern und gesellschaftlichem Machtungleichgewicht zwischen Frauen* und Männern würden diese Gesetzesverschärfungen nichts verändern. Wer ernsthaft für eine emanzipatorische Gesellschaft eintritt, der*die muss auch für körperliche und sexuelle Selbstbestimmung eintreten. Wer selbstbestimmte Sexarbeiter*innen illegalisieren will, der*die kriminalisiert diese und drängt die gesamte Branche in den Untergrund, wo keinerlei Schutz mehr gewährt werden kann. Für besseren Schutz benötigen Sexarbeiter* innen mehr Selbstbestimmung und die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung ihres Berufes. Nur auf diese Weise und als anerkannte Arbeiter*innen können sich diese als Teil der Arbeiter*innenklasse öffentlich organisieren, für ihre Interessen, bessere Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung einstehen. Ein Verbot von Sexarbeit oder die Kriminalisierung von Freier*innen (wie in Schweden) würden letztlich nur dazu führen, dass Sexarbeit unsichtbar und unsicherer wird. Mit dieser Debatte um die Selbstbestimmung und den Schutz von Sexarbeiter*innen wird gewöhnlich die Debatte um den Kampf gegen Zwangsprostitution vermengt. Dies halten wir für falsch. Selbstverständlich stellen Menschenhandel und Zwangsprostitution ein großes globales Problem dar. Dies ist uns an dieser Stelle durchaus bewusst. Die Kriminalisierung von jeder Sexarbeit würde allerdings nicht dazu führen, dass Menschenhandel und Zwangsprostitution verringert würden und leichter bekämpft werden könnten. Menschenhandel und Zwangsprostitution sind bereits nach geltendem Recht schwere Straftaten und müssen dementsprechend verfolgt werden. Die angestrebten gesetzlichen Veränderungen würden an der Lage von Zwangsprostituierten nichts verändern, stattdessen würden sie lediglich die Situation von Sexarbeiter*innen verschlechtern. Mit diesem Beschluss wollen wir deshalb keineswegs Zwangsprositution und Menschenhandel verharmlosen. Selbstverständlich muss der Kampf gegen Zwangsprostitution ernst genommen werden, Betroffene müssen dabei unterstützt werden, dem Abhängigkeitsverhältnis zu entkommen. Dabei ist auch am Asylgesetz anzusetzen, sodass migrantischen Zwangsprostituierten nicht länger die Abschiebung droht, sondern sie Aufenthalts- und Arbeitsrecht erhalten. Mit diesem Beschluss wollen wir unseren Fokus allerdings auf diejenigen Sexarbeiter*innen lenken, die in ihrer körperlichen Selbstbestimmung, in ihrer Gesundheit und in ihren Rechten im Berufsalltag durch bestehende Gesetze in ihrer Tätigkeit als Sexarbeiter*innen eingeschränkt werden – auf den Teil, der sich bewusst und selbstbestimmt zur Ausübung sexueller und erotischer Dienstleistungen entschlossen hat. Daher meinen wir, dass ein Feminismus, der es mit der Selbstbestimmung von Frauen* und Sexualität ernstmeint, auch für die Rechte und Forderungen von Sexarbeiter*innenverbänden kämpfen muss. Die linksjugend [’solid] bekennt sich zu einem solchen Feminismus und wird für die rechtliche Stärkung von Sexarbeiter*innen einstehen und sich mit deren Kämpfen solidarisieren. Dies beinhaltet die Ablehnung des sog. Prostitutionsschutzgesetzes und die folgenden Forderungen: Entkriminalisierung von Sexarbeit Kostenloser und anonymer Zugang zu Gesundheitsversorgung Bessere finanzielle Ausstattung von psychologischen und beruflichen Beratungsstellen Besseren Schutz vor Stigmatisierung (z.B. Aussetzung der Impressumspflicht auf Webseiten) Vielfalt der Arbeitsplätze und freie Entscheidungswahl erhalten Fortbildungsangebot ausbauen Soziale Absicherung in Anlehnung an die Künstlersozialkasse Quelle

 

Gemeinsam gegen den Rechtsruck!

An diesem Wochenende plant die Alternative für Deutschland (AfD) ihren Bundesparteitag in Hannover, Niedersachsen. Wir, die linksjugend [‘solid], rufen zu den Gegenprotesten auf! »Keinen Fußbreit den Faschist*innen!«   Die AfD plant ihren ersten Bundesparteitag nach ihrem Einzug in den Bundestag vor zwei Monaten und wir wollen dies nicht unkommentiert stehen lassen! Der Einzug der rechtsradikalen Partei hat auch in den Jamaika-Koalitionsverhandlungen zu einer Diskursverschiebung nach rechts beigetragen: So war es mitunter möglich, dass DIE GRÜNEN sich sogar zu einer Obergrenze bewegen ließen. Der Rechtsruck schreitet immer weiter voran, wenn sich die AfD mit gezielten Grenzüberschreitungen in den Medien inszeniert und Medienvertreter*innen im Anschluss unkritisch von diesen berichten: Sei es in Talkshows, Interviews oder auf Parteitagen, deshalb stören wir diese unkritische Berichterstattung und demaskieren die menschenverachtenden Positionen der AfD! Die AfD steht für gesellschaftlichen Rückschritt: Sie kämpft nicht gegen die soziale Spaltung, sondern schürt sie und zieht Kapital aus ihr! Anstelle der Infragestellung der kapitalistischen Verhältnisse, mobilisiert sie mit der sozialen Missgunst gegen Geflüchtete. Des Weiteren bedroht sie die Errungenschaften der sozialen Bewegungen sogar, indem sie für Kürzungen von Sozialausgaben und den Abbau von Rechten die Erwerbstätige schützen eintritt. Die AfD befeuert Ungleichheit: Die Errungenschaften der Frauenbewegungen werden wieder in Frage gestellt! Anstelle des mutigen Blickes nach vorne in eine plurale Gesellschaft gelingt der AfD nur der Blick zurück und damit werden veraltete Werte als sicherer Hafen angesehen: Sei es die Verschärfung des Abtreibungsverbots, die Annullierung der Ehe für Alle oder der regressive Wandel der Kultur- und Bildungspolitik. Diese angebliche Alternative bietet keine Lösungen, sondern verschärft gesellschaftliche Konflikte! Die Antwort auf die Frage nach der sozialen Ungleichheit kann nur eine linke sein und deshalb träumen wir die Utopie. Den dringend notwendigen Protest werden wir kreativ, bunt und lautstark gegen diese Partei auf die Straße tragen! Also schnappt euch eure Bezugsgruppe – wir sehen uns auf der Straße! Alerta! AfD-Bundesparteitag in Hannover smashen! Freitag, der 01.12.2017: Vorabenddemonstration: »Keine Angst für Niemand!« Goseriede, Hannover – Freitag um 19.00 Uhr Facebook: www.facebook.com/events/1941754092745034 Samstag, der 02.12.2017: Aktionen des zivilen Ungehorsams: Blockaden rund um das HCC ab 7 Uhr Treffpunkte findet ihr hier: http://www.unsere-alternative.org/aktionskonsens/ Ab 11:30 Uhr: Gemeinsame Demonstration: »Unsere Alternative heisst Solidarität!« Theodor-Heuss-Platz, Hannover  – Samstag um 11.30 Uhr Facebook: https://www.facebook.com/events/1909370176047145/ Quelle

 

Rodungen bedrohen Hambacher Forst – unterstützt die Besetzungen!

Noch haben die Rodungen der diesjährigen Rodungssaison am Hambacher Forst noch nicht begonnen. Der Klimakiller-Konzern RWE will noch eine Klage des BUND NRW e.V. vorm Landgericht abwarten, welche am 21.11.2017 behandelt wird. Ziel ist es die noch bestehenden letzten 10 % (!) des Waldes vor dem angrenzenden Braunkohletagebau zu schützen. Von den Rodungen wäre auch die Hambacher Forst Besetzung bedroht. Wir wollen euch dazu aufrufen, euch an den Besetzungen und den Aktionen gegen die Rodungen im Hambacher Forst zu beteiligen. Unterstützt den Widerstand – es gibt viele Wege! RWE in die Schranken weisen! (https://hambacherforst.org/) #endcoal #kohleausstieg #hambacherforst # fckrwe #climatejusticenow Quelle

 

Linksjugend macht sich stark für den Klimaschutz!

Linksjugend macht sich stark für Klimaschutz! Anfang November findet die 23. Klimakonferenz (COP23) in Bonn statt. Obwohl Deutschland nur der Austragungsort ist (Gastgeber*innenland sind die Fidschiinseln), wird die BRD sich wieder schön als „Energiewendemeister“ vor der gesamten Weltöffentlichkeit präsentieren. Was für ein absurdes Theater, wenn wir bedenken, dass im Rheinland noch immer Europas größte CO2 Quelle die Zukunft verbrennt. Wir müssen klar machen, dass endlich gehandelt werden muss und rufen euch daher dazu auf, am 3.-5.11.2017 in Bonn aktiv zu werden. Zum einen könnt ihr euch an der Großdemonstration „Klima schützen – Kohle stoppen!“ am 4.11.2017 in Bonn beteiligen, auf der es auch einen Block von der LINKEN geben wird. Zum anderen unterstützen wir wieder das Bündnis Ende Gelände, welches zu Massenaktionen zivilen Ungehorsams im rheinischen Braunkohlerevier aufruft. Mehr Infos zu allen Protesten findet ihr unter climate-protest-bonn.org / https://www.ende-gelaende.org/de/aktion PS: Wenn ihr Infos haben möchtet zu unseren Treffpunkten als linksjugend [‘solid], dann schreibt uns einfach. Quelle

 

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

Nach der letztjährigen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz stand im Oktober diesen Jahres die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar in Thüringen auf dem Programm. 14 junge Menschen aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Berlin, Hamburg und Hessen konnten sich vier Tage lang einen Eindruck der deutschen Barbarei im Herzen des ehemaligen Deutschen Reiches gewinnen. Auf dem Programm stand neben dem von Teamer*innen des Jugendverbandes vermittelte inhaltliche Dreiklang über Ursachen, Ausgestaltung und (kaum erfolgte) Aufarbeitung des Massenmordes ein umfangreiches Programm auf dem Gelände der Gedenkstätte selbst. Dank einer großartigen pädagogischen Begleitung durch die Gedenkstätte hatten wir die Möglichkeit, verschiedene Aspekte von Entstehung bis Befreiung des Lagers zu entdecken und uns ebenso mit dem infrastrukturellen Drumherum des binnen kürzester Zeit auf dem Ettersberg errichteten Lager zu befassen – von der Diskrepanz zwischen den herrschaftlichen SS-Villen und nächster Nähe zu den Baracken der Gefangenen bis hin zur tatkräftigen Unterstützung der profitierenden Weimarer Bevölkerung. Nach der Besichtigung der relativ neuen Ausstellung auf dem Gelände des ehemaligen Lagers nutzten wir das Angebot, mit einem der Kuratoren der Ausstellung, Harry Stein, zu diskutieren und mit ihm über die Konzeptualisierung der Aufbereitung eines solch sensiblen Themas zu sprechen. Ein weiterer Programmpunkt war eine Stadttour zum Thema „Weimar im NS“, in welcher es um die propagandistische Bedeutung dieser mitteldeutschen Kleinstadt für den Füherkult und als NS-Hochburg ging. Als Abschluss erfolgte ein Rundgang durch das pompöse Mahnmal aus den 1950er Jahren und eine inhaltliche Befassung mit dem unterschiedlichen Gedenken in DDR und BRD in Zeiten des Kalten Krieges. Für gut die Hälfte der Teilnehmenden war es der erste Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald. Jedoch konnten auch diejenigen, die die Gedenkstätte bereits – häufig im Zuge von Klassenausflügen – besucht haben viele neue vertiefende Erkenntnisse gewinnen. Durch das positive Feedback aller Beteiligten freuen wir uns darauf, auch nächstes Jahr wieder eine Gedenkstättenfahrt anzubieten. In Zeiten, in der überall in der Gesellschaft wieder vehementer ein „Schlussstrich“ gefordert wird und die neu in den Bundestag eingezogene AfD Antisemitismus, Rassismus und völkisches Denken wieder salonfähig machen will, wobei sie explizit fordert, sich im Geschichtsunterricht stärker auf „positives nationales Gedenken“ zu fokussieren, ist es wichtiger denn je, die Erinnerung aufrecht zu erhalten. Wenn sich die AfD die Verbrechen der Wehrmacht wieder „positiv besetzen“ will, dann kann es nur heißen: Kein Vergeben, kein Vergessen! Quelle

 

Leben retten – Politik ändern!

Politische Jugendorganisationen unterstützen den gemeinsamen Appell der Seenotrettungsorganisationen zum Richtungswechsel in der Flüchtlingspolitik. Mit einer gemeinsamen Erklärung verleihen der Bundessprecher*innenrat der linksjugend [’solid], der Bundesvorstand der Jusos und der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND den Forderungen Nachdruck, die von verschiedenen Seenotrettungsorganisationen mit Blick auf den anstehenden Regierungswechsel veröffentlicht wurden. Lucas Kannenberg, Bundessprecher der linksjugend [’solid]: „Anstatt Agenturen, wie Frontex weiter aufzurüsten und das gefährliche Vorgehen der libyschen Küstenwache zu unterstützen, braucht es endlich eine humanitäre Flüchtlingspolitik! 33% der Rettungen im Mittelmeer gehen mittlerweile auf das Konto der zivilen Seenotrettungsorganisationen. Wir setzen darauf, dass die neue Bundesregierung die Kriminalisierung dieser Organisationen beendet und sie angemessen unterstützt. Dieser Schritt ist längst überfällig!“ Moritz Heuberger, Bundessprecher der GRÜNEN JUGEND erklärt: „Die Forderungen von Jugend Rettet, Mission Lifeline, Sea Watch und SOS MEDITERRANEE haben unsere entschlossene Unterstützung! Es ist zynisch, dass sich die europäische Politik rühmt, in humanistischer Tradition zu stehen und gleichzeitig tausende Tote für ihre Abschottungspolitik in Kauf nimmt. Es kann nicht sein, dass die Antwort der Bundesregierung und der EU-Kommission auf globale Krisen und den gesellschaftlichen Rechtsruck die Aushöhlung von Menschenrechten ist. Stattdessen brauchen wir endlich eine humanitäre Flüchtlingspolitik und mehr Unterstützung für die Hilfsorganisationen.“ Johanna Uekermann, Bundesvorsitzende der Jusos erklärt: „Die nächste Bundesregierung steht in der Verantwortung, die Kriminalisierung von Flucht und das Sterben im Mittelmeer endlich zu beenden. Ein staatliches Seenotrettungsprogramm, das aus der Mitte der Europäischen Union heraus organisiert werden muss, ist längst überfällig. Die Staats- und Regierungschefs drücken sich vor ihrer Verantwortung. Sie verweigern proaktive Rettungseinsätze und kriminalisieren stattdessen diejenigen Hilfsorganisationen, die das Versagen mit eigenen Mitteln kompensieren. Das ist zynisch und muss aufhören. Unsere Unterstützung gilt denjenigen, die den Glauben an Humanität und Solidarität im Mittelmeer täglich am Leben erhalten.     Quelle

 

Für eine demokratische und solidarische Kultur

In die Linkspartei sind in diesem Jahr 6000 Menschen eingetreten, wovon ein Großteil unter 35 Jahre alt ist. Auch bei uns im Jugendverband merken wir, wie sich an den Fragen unserer Zeit eine ganze Generation politisiert und wie sich Viele dazu entscheiden linkspolitisch aktiv zu werden. Auf dieser erfolgreichen Mobilisierung können wir aufbauen – und wir müssen auch darauf aufbauen, denn wir brauchen unsere ganze Kraft gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft. Wir können diese Kraft nur sein, wenn wir klar bei unseren linken Positionen bleiben: Soziale Gerechtigkeit, Antirassismus und Frieden. Wir können diese Kraft nur sein, wenn wir eine demokratische Partei sind, in der die Mitglieder gemeinsam statt wenige im Hinterzimmer entscheiden und verfestigte Hierarchien aufgebrochen werden. Wir können diese Kraft nur sein, wenn wir gemeinsam Politik machen und Meinungsverschiedenheiten solidarisch diskutieren – kurz wenn es bei uns Spaß macht aktiv zu sein. Wir haben in den letzten Tagen leider gesehen, dass von einem Teil der Partei- und Fraktionsführung diese eigentlich einfachen Grundsätze nicht befolgt werden. Natürlich wird in der politischen Auseinandersetzung auch gestritten und um Positionen gerungen, aber dabei müssen wir immer bei unseren Grundfesten bleiben. Inhaltliche Debatten können nicht durch Lancierung von Unwahrheiten an die Bildzeitung oder Erpressungsbriefe vor der Fraktionsvorstandswahl ersetzt werden. Wenn bei uns eine politische Kultur üblich wird, in der Drohungen mächtiger als Argumente und gemeinsamme Ziele sind, werden uns viele wieder enttäuscht verlassen und wir werden nicht die dringend benötigte linke Kraft sein. Aber wenn wir gemeinsam den Jugendverband und die Partei zu einem Ort machen an dem wir leidenschaftlich, links und demokratisch zusammen Politik machen und Spaß haben, können wir optimistisch in die Zukunft blicken. Quelle

 

 

 

   
 
   


 
   
     

linksjugend ['solid] Kreis Saarbrücken • Nauwieser Straße 11 • 66111 Saabrücken • info@dielinke-solid.de

 

   
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